Irgendwo zwischen Konkurrenz und einem wechselnden Geschäftsklima ignorierte die Wall Street scheinbar betriebliche Fehler und Ineffektivität als Geschäftskosten. Die Finanzwelt übernahm eine kurzfristige Perspektive, um unmittelbare Ziele zu erreichen, sah die unbeabsichtigten Folgen jedoch nicht. Zuverlässigkeit war kein Bestandteil der Analyse des Geschäftsergebnisses.

STAT When Did Plant Performance Failure Become Accepted.pngHerstellungsbetriebe und Energiekonzerne bringen zwar oft Gewinne in Milliardenhöhe, haben sich jedoch unbeabsichtigterweise mit erheblichen Verzögerungen, Ausfällen und anderen negativen Folgen unzureichender Priorisierung oder veralteter Strategien abgefunden.

Seit mehr als einem Jahrzehnt sind Technologien erhältlich, die Funktionsbeeinträchtigungen von Anlagen erkennen und kostspielige Ausfälle verhindern können. Warum also halten viele Anlagen weiterhin an der altmodischen reaktiven Wartung fest, anstatt erwiesene, proaktive Wartungsstrategien zu übernehmen? Weshalb lassen Management-Teams und Finanzanalysten für die Beibehaltung des „Status quo“ eine „Break-Fix“-Mentalität zu?

Unzureichend verwaltete Anlagen-Portfolios können zu einem ineffizienten Einsatz des Kapitals führen. Verlorener Marktwert, Markenabwertung, Risiko von Sicherheitsvorfällen und Wiederherstellungskosten bei Fehlern können sich aufgrund von unzureichender Zuverlässigkeit auf Aktienwerte in Milliardenhöhe auswirken.

„Warum wird eine Situation erst angesprochen, nachdem sie die Bilanz negativ beeinflusst hat?“, sagt Scott McWilliams, Vice President of Global Operations bei Emerson Automation Solutions. „Der Schaden ist angerichtet.“

When Did Plant Failure Become Accepted.pngHier ein Beispiel:  In vielen Branchen ist das „Management von Ausnahmesituationen“ das Standardverfahren … Protokolle und Verfahren für die Verfahrensweisen im Falle einer Abweichung vom Normalbetrieb.  Sie haben mit Sicherheit eine Strategie zur Eindämmung von Schäden!  Aber warum werden stattdessen nicht mehr Anstrengungen zur „Vorbeugung von Ausnahmesituationen“ unternommen?  Wenn Sie es von vorn herein verhindern können, müssen Sie sich später nicht damit befassen.

„Eine schnelle Abhilfe für ein defektes Teil oder eine defekte Anlage in einer Produktionsstätte ist keine Erfolgsgeschichte“, sagt McWilliams. „Stattdessen ist dies ein Beispiel von autonomen Entscheidungen, die auf einem Run/Fail-Ansatz anstatt auf einem Zuverlässigkeitsansatz basieren.“

Unabhängige Entscheidungen beeinflussen spezifische Anlagen, ein Unternehmen verlässt sich jedoch auf seine gesamten Anlagen – deshalb ist Zuverlässigkeit so wichtig. Autonomie kann auf ein universelles Betriebssystem umgelegt werden, das alle verfügbaren Anlagenkenntnisse anwendet. Dies bedeutet, dass es keine Abweichungen unter den autonomen, anlagenspezifischen Entscheidungen gibt.

Den Wertausgleich zwischen lang- und kurzfristigen Perspektiven muss sich ändern, da mit beiden viel gewonnen werden kann. Es gibt bereits mehrere Unternehmen, die ein Gleichgewicht zwischen der Erreichung von Zielen und hoher Zuverlässigkeit aufrechterhalten. So zum Beispiel unterstützte Emerson Constellation bei der Stilllegung eines computergestützten Instandhaltungs-Management-Systems (CMMS) und entwarf gängige Verfahren auf einer einzelnen Plattform neu.  Diese Art von Änderung kann die Produktivität und die proaktive Wartungszeit steigern, die Ressourcenflexibilität verbessern und den Lagerhaltungsbedarf für Ersatzteile reduzieren.

Dabei ist jedoch eine Umstellung der Kultur notwendig, um die Vorteile eines proaktiven Ansatzes wieder in den Vordergrund zu stellen. Die Wartung sollte im Voraus geplant werden, wobei hier die fortschrittliche Technologie zum Einsatz kommt, um Situationen zu überwachen und einzuschätzen. Man muss im Voraus wissen, welche Ersatzteile benötigt werden und wann die Wartung (bevor ein Teil defekt ist) stattfinden sollte, um unnötige Kosten zu vermeiden. Um die Verfügbarkeit von Anlagen sicherzustellen, wenn diese benötigt werden und somit das Nettoeinkommen zu erhöhen, müssen die Anlagen im optimalem Zustand gehalten werden.

„Es gibt eine erreichbare Realität, bei der ein Projekt die vorgesehenen Fristen einhält und die Ersparnisse des Unternehmens steigert, indem Geschäftskosten reduziert werden“, sagt McWilliams.

Dieser rationalisierte Prozess wird benötigt, um Top-Quartil-Performance zu erreichen und um einen größeren Unternehmenswert zu liefern. Dies umfasst eine langfristige Investitionsperspektive und führt durch diesen Ansatz zu einem größeren Eigenwert.

Scott McWilliams Pull Quote.pngDie Zuverlässigkeit muss in den allgemeinen, strategischen Planungsaufwand und Planungsinitiativen integriert werden. Eine unternehmensweite Beurteilung ist ein wichtiger erster Schritt, und von diesem Zeitpunkt an wird ein Business Dashboard benötigt, um den Einfluss der Zuverlässigkeit und Wartung auf Rentabilität und Cashflow mitzuteilen. Die Zuverlässigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur. Für eine erfolgreiche Implementierung und einen reibungslosen Arbeitsablauf sollte sie innerhalb der strategischen Ziele ausgerichtet und anerkannt werden und letztendlich sollte sie in den Gedanken (und auf den Schreibtischen) der Vorstandsmitglieder gegenwärtig sein.